Doppelmoral

Das eigentliche Vorwort

21. Januar 2011

Schon lange hatte ich den Gedanken mir einen eigenen Blog zu gönnen, aber irgend wie kam ich nicht recht in Schwung. Thematiken gibt es genügend, das soll wohl nicht das Problem sein und reden kann man über fast alles.
Einige von Euch kennen mich, ob nun persönlich oder Fernsehen und wissen ganz viel über mich. Denkt Ihr. Aber das ist nur die Schale des Ganzen. Mein Ansporn hier zu ist nach meiner Meinung die für mich verkorkste Sendung auf RTL die meine Familie und mich zeigte. Als man mich damals anfragte ob ich doch Lust hätte in einer Sendung zu zeigen welche Probleme ein Ausstieg aus dem Erotikgewerbe mit sich bringt, sagte ich ja. Klar war das für mich das passende Thema, weil in einem kleinbürgerlichen denkenden Hirn so weit nie gedacht wird und auch die Politik sich nen Dreck drum kümmert. Wollen wir uns doch mal auf der Zunge zergehen lassen das der deutsch Gesetzgeber es doch glatt in 3 Paragraphen so zu sagen legalisiert hat und schimpft sich “Gesetz zur Regelung der Rechtsverhältnisse der Prostituierten”. Wow gleich 3, ist das nicht etwas viel und wieso musste man es legalisieren und wieso kam es mal überhaupt dazu das es verboten war?
Man kann viel im Netz oder in Büchern was über das Gewerbe lesen, aber so richtig warum es verboten wurde, ganz konkret nie. Oh ich liebe Bücher wo eine der Damen sich über ihr Geschäft auslässt. Soll ich auch eins schreiben? Nee *grins* lieber nicht, ich muss mich da nicht einreihen in eine solche Verherrlichung und Falschdarstellung.
Schon im Altertum gab es Prostitution, man nannte es Opfergaben an den Tempel oder für die Gottheit. Klar heute würde wohl keine der Damen ihr Geld in die Kirche tragen. Bei dem Gedanken muss ich einfach lachen. Aber wer die Bibel kennt, kennt auch die Geschichte über Tamar, die Schwiegertochter Judas. Selbst im 2. Testament steht geschrieben das Jesus mit Prostituierten einen respektvollen Umgang pflegte. Aber es steht auch da das es eben Außenseiter waren. Kurz um, die Prostitution wird seit tausenden von Jahren genutzt, geliebt, gehasst und hauptsächlich weg gesehen. Ach und das abkassieren hab ich vergessen. Sicher ist auch das es damals einen anderen Hintergrund hatte als es heute ist bzw. was daraus geworden ist. Immerhin haben wir nicht nur mehr die Prostitution an sich, mittlerweile haben wir ja so viele verschiedene Sparten im Erotikgewerbe.

Aber mal zurück zu der Sendung in der eigentlich gezeigt werden sollte was ein Ausstieg für Probleme mit sich führen kann. Es wurde viel gedreht, es wurde auch wirklich viel thematisiert und was wurde am Ende daraus! ein Nachmittags-Familien-Zickenkrieg das fast völlig das Thema unter den Tisch gekehrt hat. Wenn man mich damals darauf angesprochen hätte das so zu drehen wie es am Ende aussah, ich hätte nein gesagt. Aber Hauptsache die Szene war in der Serie zu sehen die aus einem Spielfilm nach gestellt worden ist.

Nun wer meinen Namen googelt, wird feststellen das es einen Eintrag gibt wo ich als Vorsitzende eines Erotikverbandes eingetragen bin. Ja ja wir hatten schon die richtige Idee, wenn da nicht ein Krieg unter den anderen Vereinsmitgliedern stattgefunden hätte und somit dies ins Wasser fiel.

Es zeigt mir das die Branche von ganz vielen genutzt wird, aber ernst nehmen tut sie keiner. Ich hab da mal einen Vergleich, halben Vergleich über eine Fastfoodkette: Keiner geht hin, aber die werden immer reicher. Leugnet nur weiter, es wird nix nützen. Falls hier einer denkt das ich etwas verbittert bin über die Branche, weit gefehlt … ich bin entsetzt über das darüber hinaus. Über den Staat, über das kleinbürgerliche Denken, eben über alles die nicht über den Tellerrand schauen.



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